GeBEGS-Gesprächstermin mit Katharina Genz zur Bildungsarchitektur der Pflege in Deutschland

Die Mitglieder von GeBEGS haben sich am 23.09.26 in einem Online-Termin mit Katharina Genz von der Christian-Albrechts-Universität Kiel ausgetauscht. Frau Genz ist Gesundheits- und Krankenpflegerin, zudem Fachkraft für Palliative Care, Praxisanleiterin, Pflegedienstleiterin und studierte Pflegewissenschaftlerin (M.Sc.).

Gemeinsam mit Prof. Dr. Wolfgang von Gahlen-Hoops verantwortet sie das Projekt BAPID („Bildungsarchitektur der Pflege in Deutschland“). Bei BAPID handelt es sich um eine Initiative zur Neuordnung der Pflegebildung und der pflegerischen Berufsrollen, die zur Steigerung der Attraktivität des Berufsbildes beitragen soll. Das Projekt wird im Auftrag des Deutschen Pflegerates durchgeführt und durch das Bundesministerium für Gesundheit gefördert.

Unser 1,5-stündiges Gespräch mit Frau Genz knüpfte an einen früheren gemeinsamen Termin im Rahmen der Mitgliederversammlung 2025 in Bamberg an – damals war die Veröffentlichung von BAPID II der Anlass. Aktuell steht BAPID IV vor der Veröffentlichung; womit die Publikationsreihe zum Abschluss kommt.

BAPID IV hat den Entwurf einer einheitlichen, kohärenten Qualifikations- und Spezialisierungsmatrix für die Pflege zum Gegenstand. Dabei soll insbesondere eine gemeinsame Ordnungssprache entstehen, mit der unterschiedliche Bildungsformate systematisch beschrieben, eingeordnet, geprüft, anerkannt, angerechnet und weiterentwickelt werden können.

Im Kern geht es um die Entwicklung eines Modells („BAPID-IV-Strukturmodell“) mit drei Ebenen: Auf der ersten Ebene wird eine Qualifikations- und Spezialisierungsmatrix entworfen, die Qualifikationstypen (z.B. „berufliche Fortbildung“, „akademische Weiterbildung“) auf mehreren Stufen jeweils mit Spezialisierungsgraden verbindet. Auf der zweiten Ebene geht es um die (inhaltliche) Struktur von Bildungsformaten. Die dritte Ebene bezieht sich auf die Praxis-, Nachweis- und Governancelogik, in der Kompetenzen praktisch entwickelt, geprüft, nachgewiesen, anerkannt, angerechnet, aktuell gehalten und im Versorgungskontext verantwortet werden.

BAPID IV skizziert Anwendungsmöglichkeinen des Strukturmodells– jeweils illustriert durch aufschlussreiche Schaubilder. Auf der Grundlage der Differenzierung dieser drei Ebenen formuliert die Studie inspirierende Anregungen, z. B. für ein Entwicklungsraster für neue Bildungsformate und eine „Meta-Muster-Weiterbildungsordnung“.

Wir sind sehr gespannt, inwiefern BAPID tatsächlich Wirkung bei der Neuordnung der Bildung in der Pflege und der Pflegepraxis entfalten wird. In der begrifflichen und analytischen Arbeit im Rahmen des Projekts liegt eine vielversprechende Basis für dieses Vorhaben. Mit GeBEGS werden wir daran mitwirken, dieses Potenzial verantwortungsbewusst, kreativ, pädagogisch sowie zielgruppen- und versorgungsorientiert zu heben.

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